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Ali Abdo

Ein Interview mit dem Musiker und Karikaturisten



Ali Abdo ist seit Herbst 2021 Mentee im Programm „Occupy Kultur!“ der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel, das unterschiedlichsten Menschen einen Einstieg in den Arbeitsmarkt Kultur ermöglichen will und damit auch den Kulturbetrieb diverser machen möchte. Das Programm wird gefördert von zwei Stiftungen: Der Braunschweigischen sowie der Stiftung Zukunftsfonds Asse. Im Folgenden sprach seine Mentorin, die Direktorin der Bundesakademie Vanessa Reinwand-Weiss, mit ihm:


Bildrechte: privat
Ali Abdo
Lieber Ali Abdo, wie würden Sie sich in ein paar Sätzen selbst vorstellen?

Mein Name ist Ali Abdo, ich bin Karikaturist und ich bin Palästinenser.

Ich bin 50 Jahre alt und habe zwei Kinder. Ich kam vor ein paar Jahren nach Deutschland, nachdem ich mit meiner Familie als Flüchtling, aufgrund des Palästinensischen-Israelischen Konfliktes, in Syrien gelebt hatte.

Bereits als Kind liebte ich das Zeichnen und war talentiert darin. Später habe ich dann mein Studium darin und meine Reise in der Kunst des Zeichnens fortgesetzt.

Die Zeichenkunst ist eine internationale Sprache, in der ich meine Gefühle und Gedanken ausdrücken kann, für andere Menschen. Deshalb liebe ich das Zeichnen sehr.

In Syrien war ich aber auch als Musiker in den touristischen Parks aktiv. Ich habe 30 Jahre Erfahrung als Drummer. Ich arbeitete jedoch hauptsächlich als Karikaturist für Journale und Magazine. Meine Bilder sprachen gegen die politische und soziale Korruption in den arabischen Ländern, weswegen ich mir viele Probleme eingehandelt habe. Das hat mich schließlich bewogen, nach Deutschland auszuwandern, für mich ein Land der Freiheit und der Rechte.


Was beschäftigt Sie im Moment?

Ich habe alte Kollegen, Musiker, die in Deutschland leben, kontaktiert und nun haben wir uns zu einer Band zusammengeschlossen und machen arabische Musik für Partys. Unser erster Auftritt war Mitte Mai in Berlin. Das ist sicher nicht genug als profitables Geschäft und zum Lebensunterhalt, aber wir machen das für die Kunst und damit die deutschen Leute unsere Musik und unser Kultur kennen lernen können.

Auf anderem Weg suche ich einen Job. Ich habe kein Problem damit, wenn das nicht mein gelernter Beruf ist, aber ich möchte nicht arbeitslos bleiben. Ich hoffe, dass ich eine Chance habe, Arbeit zu finden.


Was charakterisiert Ihre künstlerischen Arbeiten? Was ist das Besondere an Ihrer Kunst?

Von Hause aus bin ich Karikaturist, aber ich war auch anderweitig handwerklich und künstlerisch tätig. Ich betrieb in Syrien ein Center für Lichtreklame. Ich habe die Schilder von A bis Z alleine gemacht: das Werbedesign, die Materialien und die Struktur für den Bau, die Elektrotechnik und so weiter. Eigentlich sind das viele Berufe, viele Handwerke in einem und ich konnte mir umfassende Erfahrung aneignen. Ich habe das Gefühl, hier in Deutschland betrachtet man jede Tätigkeit einzeln und daher fällt es mir vielleicht auch schwer, eine Anstellung zu finden.


Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich bin eine gute Lehrperson. Ich habe immer gerne mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet und am liebsten würde ich in Schulen oder Kultureinrichtungen vermitteln und unterrichten. Mein Deutsch ist nicht perfekt, aber beim Unterricht zählt die Begeisterung und das Machen!


Lieber Ali Abdo – herzlichen Dank für das Gespräch und vielleicht gibt es jemanden in

Niedersachsen, der genau so einen Allrounder wie Sie es sind, sucht. Wir drücken die Daumen!



 
 
 
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