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47 Kinder aus griechischen Flüchtlingslagern aufgenommen

Gemeinsam mit Fußball-Zweitligist Hannover 96 konnte das Bündnis allen Kindern eine kleine Freude machen


Bereits seit Herbst 2019 setzt sich das Land Niedersachsen gemeinsam mit den Ländern Berlin und Thüringen beim Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat sowie beim Auswärtigen Amt dafür ein, unbegleitete minderjährige Ausländer aus den überfüllten Flüchtlingslagern der griechischen Inseln zu holen und aufzunehmen.

Kurz nach Ostern konnten nun 47 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 17 Jahren nach Niedersachsen ausgeflogen werden.

Die Jungen und Mädchen, die aus Afghanistan (35), Eritrea (2) und Syrien (10) stammen, wurden zunächst in der Jugendhilfeeinrichtung Haus Sonnenwinkel in Bad Essen im Landkreis Osnabrück aufgenommen und verbrachten dort 2 Wochen in Quarantäne. Nachdem alle Kinder sowohl vor der Ausreise als auch am Ende des zweiwöchigen Aufenthaltes negativ auf Corona getestet wurden, konnten sie nun gesund die Reise in die aufnehmenden Bundesländer antreten. 13 Kinder verbleiben in Niedersachsen.

Bei Ihrer Ankunft in Deutschland hatten die Kinder nicht viel mehr als das was sie am Leib trugen. Während ihres Aufenthaltes in der Jugendhilfeeinrichtung wurden die Kinder durch örtliche Kleiderkammern und viele ehrenamtlich Unterstützende mit dem Nötigsten versorgt. Ümit Turunc, Leiter des Teams des Verbunds Sozialer Dienste, das sich seit ihrer Ankunft um die Mädchen und Jungen aus den griechischen Flüchtlingslagern gekümmert hat, berichtete von kleineren und größeren Verletzungen, die die Kinder bei Ihrer Ankunft in Deutschland hatten. „Viele Pflaster mussten geklebt werden, viele davon auch für die Seele, denn die Kinder hatten jahrelang keine Zuwendung und Umsorgung dieser Art erfahren.“

Viele Osnabrücker packten ehrenamtlich an und auch die Geschäftsstelle des Bündnisses NIEDERSACHSEN PACKT AN hatte den Wunsch, etwas für die Kinder zu tun. Fußball spricht alle Sprachen und verbindet, egal wo man herkommt. Daher nahm das Team der Geschäftsstelle Kontakt mit dem Fußball-Zweitligisten Hannover 96 auf. Dort musste man nicht lange überlegen: und spendete für alle Kinder Fußbälle, Kappen und Stoff-Maskottchen für die kleineren Kinder. Die Initiative 96Plus! fördert gemeinnützige Projekte, Organisationen und Aktionen sowie gute Ideen und Taten. Daher war die Unterstützung der Aktion für Josip Grbavac, Leiter Marketing bei Hannover 96, selbstverständlich: „Diese spontane Aktion ist absolut lobenswert und verdient maximale Unterstützung. Es ist nur sehr schwer vorstellbar, was diese Kinder erlebt haben müssen und wie sich ihr derzeitiger Alltag ohne Eltern gestaltet. Wir wünschen den Kindern und ihren Familien eine friedliche Zukunft.“ Gemeinsam mit Jute-Rucksäcken gefüllt mit Schreib- und Malsachen sowie einigen Süßigkeiten von NIEDERSACHSEN PACKT AN wurden die gespendeten Geschenke kurzfristig nach Bad Essen gebracht, damit jedem Kind eine kleine bleibende Erinnerung mit auf den Weg gegeben werden konnte.

Der vollgepackte Bulli zog sofort die neugierigen Blicke der Kinder auf sich. „Wir warten mit der Ausgabe der Geschenke, bis die Kinder abreisen“, hatte Ümit Turunc entschieden. Inzwischen sind die Kinder abgereist, im Gepäck haben sie nun neben den positiven Erfahrungen und Erinnerungen freundlicher Begegnungen im Haus Sonnenwinkel auch eine kleine Erinnerung an Niedersachsen.

Und auch die übrigen Kinder, die im Haus Sonnenwinkel regulär in sogenannten Dialog-Wohngruppen untergebracht sind, konnten sich über neue Lederfußbälle von Hannover 96 freuen, da 96Plus! noch ein paar extra Bälle gespendet hatte.

Dem Geschäftsführer des Verbandes Sozialer Dienste Tim Ellmer war die Freude über den Besuch aus Hannover anzumerken: „Wir danken Ihnen ganz herzlich. Sie machen den Kindern damit eine große Freude.“ Aktuell sammelt das Bündnis NIEDERSACHSEN PACKT AN im Rahmen seines Beteiligungsaufrufes Erfolgsgeschichten aus Niedersachen und berichtet in diesem Zusammenhang über Beispiele gelungener Integration. Auch im Haus Sonnenwinkel gibt es tolle Erfolgsgeschichten. „Vier ehemalige unbegleitete minderjährige Ausländer, die wir 2015 aufgenommen hatten, unterstützen unser Team hier jetzt als Sprachmittler“, erzählte Ellmer. Wir finden das ist eine tolle Erfolgsgeschichte, die unbedingt erzählt werden sollte und freuen uns auf viele weitere tolle Beiträge.

  Bildrechte: Lars Herrmann / VSD
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