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Ministerpräsident Weil im Gespräch mit geflüchteten Frauen

Ein Besuch beim LandAtelier in Lauenbrück



Im „LandAtelier“ treffen geflüchtete Frauen per kostenlosem Busshuttle aus dem Landkreis zusammen, um von Designer:innen und Schneider:innen im textilen Bereich geschult zu werden. Das LandAtelier bietet Sprachförderung, textiles Handwerk, Kinderbertreuung und vermittelt Deutschkenntnisse fast nebenbei. Während die Frauen in der Werkstatt gemeinsam lernen und arbeiten, werden ihre Kinder im Tier-, Kultur- und LandPark Lauenbrück natur- und erlebnispädagogisch betreut. Das Projekt wurde 2017 von Katharine von Schiller mit der Hamburger Modedesignerin Sibilla Pavenstedt, Gründerin Made auf Veddel e.V. entwickelt und im LandPark Lauenbrück gegründet.

Anlässlich des diesjährigen UN-Weltflüchtlingstages hat sich Ministerpräsident Stephan Weil als Repräsentant des Bündnisses mit geflüchteten Frauen aus diesem Projekt und den Projektverantwortlichen vor Ort getroffen. Herr Weil hat sich dabei aus nächster Nähe über die Integrationserfahrungen der Frauen und die Rahmenbedingungen für Integration vor Ort informiert.


Das Treffen fand mit Projektteilnehmerinnen, den Projektverantwortlichen und –mitarbeitenden im LandPark Lauenbrück statt. Mit dabei waren unter anderem die beiden Projektteilnehmerinnen Samira Abdollahi und Mais Nasser, Projektverantwortliche Katharine von Schiller und Sprachmittlerin Christiane Heitmann.

Gemeinsam wurden die Näh-Werkstatt und -während eines gemeinsamen Spaziergangs- Teile des LandParks besichtigt. Frau Abdollahi und Frau Nasser präsentierten in der Werkstatt stolz ihre im Rahmen des Projektes selbst hergestellten Handarbeiten.

Ministerpräsident Weil zeigte sich sichtlich beeindruckt von dem Engagement der beiden Frauen und fragte sie beide, wo sie sich in fünf Jahren sehen würden. Frau Abdollahi arbeitet bereits jetzt in einem Minijob im Nähatelier und macht gerade ihren Führerschein. In einem kleinen Video (siehe Infospalte) stellt sich Frau Abdollahi kurz vor und gibt uns einen Einblick in ihre Sicht auf das Projekt. Frau Nasser hofft in ihrem erlernten Beruf als Lebensmittel-Ingenieurin tätig sein zu können und absolviert dafür aktuell einen C1-Onlinekurs an der Uni Hildesheim. Mehr dazu können Sie in einem kleinen Video-Interview (siehe Infospalte) zwischen Frau Nasser und Herrn Weil erfahren.

In den Gesprächen wurde immer wieder deutlich, dass die Sprache ein wichtiger Faktor der Integration ist. Frau von Schiller, Leiterin des Ateliers: „Sprache ist der Schlüssel - Wir sind eine offene Werkstatt für alle. Allerdings hat Corona einen „Schnitt“ gemacht. Ich fürchte, dass viel, was wir erreicht haben, wieder verloren gegangen ist.“

Auch Frau Nasser selbst ist der Auffassung, dass ohne das Erlernen der Sprache ein Leben vor Ort kaum möglich sei, insbesondere zum Beispiel beim einkaufen oder bei Schule oder Arztbesuchen mit den Kindern. Sie habe sich daher bereits in den ersten Tagen in Deutschland für einen Sprachkurs entschieden und angemeldet.

Dank Projekten wie diesem sind wir zuversichtlich, dass beide Frauen sehr gut Fuß fassen können und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg.


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