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„Geflüchtete mit Behinderung – ihre Rechte, Zugang zu Gesundheitsversorgung, Arbeit und Bildung“

für Mitarbeitende in Erstaufnahmeeinrichtungen, Gemeinschaftsunterkünften und Beratungsangeboten für Geflüchtete



Die Situation von Menschen, die geflüchtet sind und eine Behinderung haben, stellt sowohl für die Betroffenen selbst als auch für die sie begleitenden, beratenden und betreuenden Mitarbeiter*innen eine große Herausforderung dar.

Geflüchtete Menschen mit Behinderungen gehören einer besonders vulnerablen Personengruppe an, denen in den „Mindeststandards zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ ein Annex gewidmet ist. Dort wird festgestellt, dass „Geflüchtete mit Behinderungen unzureichend über ihre Rechte und Unterstützungsmöglichkeiten informiert werden“. Bezüglich der Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln gemäß §6 Asylbewerberleistungsgesetz kommt es teilweise aufgrund der darin enthaltenen Ermessensregelung und deren unterschiedlicher Auslegung vor Ort zu einer nicht bedarfsgerechten Versorgung von Geflüchteten mit Behinderungen.

Der Zugang zu Leistungen für Geflüchtete mit Behinderungen ist im Schnittpunkt des Aufenthalts- und Behindertenrechts geregelt. Somit sind Kenntnisse beider Rechtsgebiete erforderlich, um Geflüchteten mit einer Behinderung die Unterstützung zu leisten, die sie zur Wahrnehmung ihrer Rechte benötigen.

Welche rechtlichen Grundlagen auf internationaler und nationaler Ebene spielen für die Thematik eine Rolle? Welche Rechte und Ansprüche ergeben sich für Menschen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz? Welche Rahmenbedingungen gelten für den Zugang zu Bildung, beispielsweise zu Deutschkursen und zum Arbeitsmarkt? Wie können Geflüchtete mit Behinderung dabei zielführend unterstützt werden? Welche Behandlungen, Heil- und Hilfsmittel sowie pflegerische Leistungen können in Anspruch genommen werden? Wie und wo können diese beantragt werden? Unter welchen Voraussetzungen kann eine Schwerbehinderung festgestellt und ein Schwerbehindertenausweis beantragt werden? Welche Schritte können eingeleitet werden, wenn ein Antrag auf Leistungen abgelehnt wurde? Bei der Betreuung von Geflüchteten mit Behinderung stellen sich viele Fragen.

Um die Handlungsfähigkeit von Mitarbeiter*innen in Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften im Umgang mit Bewohner*innen mit Behinderungen zu stärken und so den Schutz dieser Personengruppe und die Berücksichtigung der besonderen Situation und Bedarfe sowie die Wahrnehmung der Rechte von Geflüchteten mit Behinderungen zu gewährleisten bzw. zu verbessern, bietet die Kontaktstelle DeBUG Niedersachsen und Bremen (Dezentrale Beratungs- und Unterstützungsstruktur für Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften) in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband für die Diözese Osnabrück und dem IvAF-Projekt Netwin 3 die Fortbildung zum Thema „Geflüchtete mit Behinderung – ihre Rechte, Zugang zu Gesundheitsversorgung, Arbeit und Bildung“ an.

Die Fortbildung richtet sich vorrangig an Mitarbeiter*innen in kommunalen Gemeinschaftsunterkünften und Erstaufnahmeeinrichtungen, Mitarbeiter*innen in Beratungsangeboten für Geflüchtete sowie Mitarbeiter*innen in kommunalen und Landesbehörden in Niedersachsen und Bremen.

Referenten:

Dr. jur. Barbara Weiser, Rechtliche Informationsstelle im Projekt Netwin und
Stephan Kreftsiek, Projektkoordination Netwin 3 Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V


Die Veranstaltung findet am 03.12.2020 von 09.30 – 11.30 Uhr statt (Sie erhalten zeitnah vor dem Online-Seminar den Zugangslink.) Das Herunterladen einer Software ist nicht notwendig. Das Seminar wird mit edudip durchgeführt.

Kontakt:

Ulrike Ottl, Multiplikatorin für Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften in Niedersachsen und Bremen Anmeldungen bitte bis zum 27.11.2020 per Mail an: ulrike.ottl@diakonie-os.de.
Eine Teilnehmergebühr wird nicht erhoben. Senden Sie gerne Fallbeispiele und Fragen bis zum 27.11.2020.

Die Fortbildung wird veranstaltet von der DeBUG - Kontaktstelle Niedersachsen und Bremen. Das Projekt „Dezentrale Beratungs- und Unterstützungsstruktur für Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften“ (DeBUG) ist ein Projekt der Wohlfahrtsverbände Deutscher Caritasverband, Diakonie Deutschland, Deutsches Rotes Kreuz, Der Paritätische Gesamtverband und AWO und wird im Rahmen der Bundesinitiative „Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.
03.12.2020
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